Fibonacci

Pfade und Muster
In der Einführung haben wir zwei Probleme über die Anlage eines Pfades betrachtet:
Hier nenne ich noch drei vergleichbare Probleme:
Problem 1: Ich will einen steinernen Pfad anlegen. Dazu verfüge ich über rote und grüne Steine.
Der Pfad und die Steine sind gleich breit.
Wie viel verschiedende Pfade (Muster) der Länge n kann ich
anlegen wenn nirgendwo zwei rote Steine nebeneinander liegen dürfen?
Problem 2: Wenn in Problem 1 der Pfad einen Kreis rund um einen Teich bildet.
Wie viel verschiedende Pfade der Länge n kann ich dann anlegen?
Problem 3: Ich will einen steinernen Pfad anlegen. Dazu verfüge ich über rote und grüne Steine.
Der Pfad und die Steine sind gleich breit.
Wie viel verschiedende Pfade (Muster) der Länge n kann ich
anlegen wenn nirgendwo drei gleichfarbige Steine nebeneinander liegen dürfen?
Problem 4: Ich will einen steinernen Pfad anlegen. Dazu verfüge ich über Steine von beliebiger Läge,
mit Ausnahme von quadratischen (=1x1) Steinen.
Der Pfad und die Steine sind gleich breit.
Wie viel verschiedende Pfade (Muster) der Länge n kann ich anlegen?
Problem 5: Ich will einen steinernen Pfad anlegen. Dazu verfüge ich über rote und grüne Steine.
Der Pfad und die Steine sind gleich breit.
Wie viel verschiedende Pfade (Muster) der Länge n kann ich
anlegen wenn jeder Stein neben einem gleichfarbigen Stein liegt?
Lösung Problem 1:
Die Anzahl Pfade der Länge n nennen wir an, und die Anzahl mit einem roten letzten Stein rn und
die Anzahl mit einem grünen letzten Stein gn. Füge nun einen Stein an alle Pfade der Länge n zu. Auf den rn Steinen
mit einem roten letzten Stein folgt einem grünen,
und auf den gn Steinen folgt einem willkürlichen Stein. Also,
rn+1 = gn und gn+1 = gn + rn (= an). Substitution liefert
gn+1 = gn + gn-1 (= an), sodass an = an-1 + an-2.
a1 = 2, a2 = 3, also an = Fn+2.
Lösung Problem 2:
Von den Fn+2 Lösungen des ersten Problems genügen nicht die Lösungen mit einem roten Stein an beiden Enden, also
die Lösungen die mit rot grün anfangen und mit grün rot enden.
Dazwischen gibt es F(n-4)+2 Lösungen,
also gibt es
Fn+2 - Fn-2 = Fn+1 + Fn - Fn-2
= Fn+1 + Fn-1 = Ln mögliche Pfade.
Lösung Problem 3:
Die Anzahl Pfade der Länge n ist wieder an. Wenn wir an die an Pfade der Länge n
ohne Vorbehalt einen willkürlichen Stein zufügen dürften, so bekämen wir
2an Pfade der Länge n+1. Leider, davon müssen die Pfade die
mit grün, rot, rot, rot oder rot, grün, grün, grün enden abgezogen werden.
Davon gibt es an-2.
Also an+1 = 2an - an-2 = an + an-1. a1 = 2, a2 = 4,
also an = 2Fn+1.
Lösung Problem 4:
Wir zeigen (mit Verlaufsinduktion) dass die Anzahl Pfade der Läge n, Fn-1 ist.
Dit Behauptung stimmt für n=1, denn die Anzahl erdenklichen Pfade der Länge 1 ist 0 = F0.
Nehmen wir mal an, wir hätten schon gezeigt, dass die Behauptung für alle n<N stimme (wobei N eine positive ganze Zahl ist größer als 1). Ich werde nun zeigen dass die Behauptung auch für n=M stimmt.
Betrachte dazu einen Pfad der Länge N. Wenn der letzte Stein Länge k(>1) hat, dann kann der Teil des Pfades dass vor dem letzten Stein liegt auf FN-k-1 Weisen angelegt sein (nach der Induktionshypothese).
Der letzte Stein kan Länge N,N-1,N-2,...3 oder 2 haben. Die damit übereinstimmenden Teile vor dem letzten Stein können also auf 1,F0,F1,...,FN-4 oder FN-3 Weisen angelegt sein.
Im Ganzen sind das 1 + F0 + F1 + ... + FN-4 + FN-3 = FN-1 {Diese Formel wird hier bewiesen} Weisen.
ALso, die Behauptung stimmt auch für n=N, und die Anzahl Pfade der Länge n is Fn-1
Lösung Problem 5:
Farbe in Problem 4 die angelegten Steine abwechselnd rot und grün. Das kann man in zweierlei Weisen machen, denn der erste Stein kann rot oder grün gefärbt sein.
Also ist dann die Anzahl gefärbten Pfade der Länge n gleich 2Fn-1. Wenn wir darauf die Steine brechen sodass nur quadratischen Steine übrigbleiben, dann entstehen Pfade wie im vorigen Problem.
Also ist die Anzahl Pfade 2Fn-1.
