Fibonacci

Fast richtig
Zwischen 3 aufeinanderfolgenden Fibonaccizahlen mit ungeradem Index gibt es die Relation
F2n+3F2n-1 - F2n+12 = 1
Beweis: (für diejenigen die bekannt sind mit Matrizen)
Man kann dies auf eine nette Weise mittels Matrizen und Determinanten zeigen.
Die nächste Matrixrelation ist einfach durch Induktion zu beweisen.

Berechne nun die Determinante vom linken und rechten Glied.
Wir dividieren oben stehende Formel durch F2n-1F2n+1. Das gibt:
F2n+3/F2n+1 - F2n+1/F2n-1 = 1/(F2n-1F2n+1)
Das besagt für die Folge der Fibonaccizahlen mit ungeradem Index 1,2,5,13,34,... dass der Quotient zweier aufeinanderfolgenden Zahlen
aus dieser Zahlenfolge ständig wächst (das heißt F2n+3/F2n+1 > F2n+1/F2n-1 für alle n).
Ausserdem: Wenn wir von einer Zahl aus dieser Zahlenfolge 1 substrahieren, (also F2n+3 ersetzen durch F2n+3-1), dann ist diese
Eigenschaft nicht mehr erfüllt
(denn (F2n+3-1)/F2n+1 - F2n+1/F2n-1 = 1/(F2n-1F2n+1) - 1/F2n+1 ≤ 0 )
Wir betrachten jetzt im allgemeinen Zahlenfolgen a1, a2, a2, ... mit der Eigenschaft
an+2/an+1 > an+1/an und
(an+2-1)/an+1 ≤ an+1/an (für n > 0).
Wenn wir die ersten zwei Terme einer solchen Zahlenfolge kennen, können wir anhand dieser zwei Formeln alle übrige Terme berechnen.
Wenn a1 = 1 und a2 = 2, dann bekommen wir die oben erwähnte Folge von Fibonaccizahlen mit ungeradem Index.
Wenn wir mit zwei anderen Fibonaccizahlen anfangen, a1 = 8 und a2 = 55, dann bekommen wir eine Zahlenfolge die anscheinend der nächsten Recursion genügt
an+4 = 6an+3 + 7an+2 - 5an+1 - 6an.
Anscheinend, denn es stellt sich heraus dass die Formel nur richtig ist für die ersten 11056 Terme. Dann geht alles daneben.
Für diese Rekursion an+4 = 6an+3 + 7an+2 - 5an+1 - 6an
gilt (in Übereinstimmung mit Methode 3) dass der
Quotient an+1/an mit wachsendem n-Wert gegen eine Nullstelle der Gleichung
x4 - 6x3 - 7x2 + 5x + 6 = 0 konvergiert.
Diese Gleichung hat zwei reelle Nullstellen. Mit einem Taschenrechner kann man prüfen dass
x4 - 6x3 - 7x2 + 5x + 6 = (x - c1)(x - c2)(x2 + d1x + e1)
mit c1 > 1 und -1 < c2 < 1 und 0 < e1 < 1.
Nun ist c1n für große n-Werte fast eine ganze Zahl. Wir werden dies gleich anhand
eines anderen Beispiels verdeutlichen.
Noch allgemeiner gilt dass wenn ein Polynom xk + dk-1xk-1 + ... + d1x + d0 mit ganzen Koeffizienten
und m reellen Nullstellen in
(x - c1)(x - c2)...(x - cm)(x2 + d1x + e1)...(x2 + dk-mx + ek-m)
zergliedert wird und wenn c1 > 1 und -1 < ci < 1 für 1 < i ≤ m und 0 < ei < 1 für i ≤ k-m, (also alle Nullpunkte bis auf eins liegen innerhalb des Einheitskreises)
dann is c1n für große n-Werte fast eine ganze Zahl (was mit Hilfe der Methode aus Ein algebraisches Verfahren zu zeigen ist).
Wir nehmen ein konkretes Beispiel.
Für die Fibonacci-Rekursion Fn+2 = Fn+1 + Fn
(und die Lucas-Rekursion Ln+2 = Ln+1 + Ln)
gilt (sieh Methode 3) dass der
Quotient Fn+1/Fn (Ln+1/Ln) mit steigendem n-Wert zu einem Nullpunkt der Gleichung
x2 - x - 1 = 0 strebt.
Die Nullpunkte dieser Gleichung sind c1 = (1+
5)/2 und c2 = (1-
5)/2.
Also x2 - x - 1 = (x - c1)(x - c2) mit c1 > 1 und -1 < c2 < 1.
Nun sind Fn = (c1n - c2n)/(c1 - c2) = c1n/
5 - c2n/
5 und
Ln = c1n + c2n ganze Zahlen.
-1 < c2 < 1 also c2n ist für große n-Werte fast gleich 0, also (schreibe φ für c1)
φn/
5 ist etwa gleich Fn (eine ganze Zahl) und
φn ist etwa gleich Ln (eine ganze Zahl).
Zum Beispiel, φ1000/
5 enthält 209 Ziffern vor dem Komma; die erste 209 Ziffern hinter dem Komma sind gleich 0.
Bei φ1000 sind die ersten 209 Ziffern hinter dem Komma Neunen.
Das ist eine besondere Eigenschaft, denn für fast jede irrationale Zahl p (= nicht-Bruch p) sind die Zahlen pn-int(pn) gleichmäßig über das Intervall (0,1) verteilt.
(Mit pn-int(pn) ist gemeint dass wir den Teil vor dem Komma durch eine 0 ersetzen.)
Betrachten wir noch einmal die besonderen Polynome die uns freundlicherweise einen Nullpunkt c1 mit der aussergewöhnlichen Eigenschaft liefern, dass c1n für große ganze n-Werte beinahe eine ganze Zahl ist.
Also die Polynome xk + dk-1xk-1 + ... + d1x + d0 mit ganzen Koeffizienten
und (sage) m reellen Nullpunkten und mit der Zerlegung (x - c1)(x - c2)...(x - cm)(x2 + d1x + e1)...(x2 + dk-mx + ek-m)
wobei c1 > 1 und -1 < ci < 1 für 1 < i ≤ m und 0 < ei < 1 für i ≤ k-m.
Von allen Polynomen mit diesen Eigenschaften gibt es genau eines dass die kleinst mögliche c1 liefert (Wir werden diesen c1-Wert c_min nennen). Es ist das Polynom x3 - x - 1.
c_min ist ein einsamer Punt, damit meine ich, dass es eine kleine positive Zahl s gibt so dass zwischen c_min-s und c_min+s keine c1-Werte irgendeines Polynoms von oben erwähnter Sorte vorkommen.
Betrachte jetzt die Menge der mögelichen c1-Werte und entferne daraus
alle einsame Punte. Dann bleibt eine Menge c1-Werte übrig,
wovon der kleinste der goldene Schnitt ist, also eine Nullstelle von x2 - x - 1 = 0.
