Fibonacci

Eine besondere Eigenschaft
Wir werden eine besondere Eigenschaft der Fibonaccireihe ableiten.
Wenn a und b positive ganze Zahlen sind dann notieren wir die größte Zahl
die sowohl a als auch b teilt mit (a,b) (der grösste gemeinsame Teiler (g.g.T.) von a und b).
Dann gilt für die Fibonaccireihe:
F(n,m) = (Fn,Fm).
Um diesen Satz zu beweisen brauchen wir einige Hilfsformel.
Formel 1
Fm+n = Fm Ln - (-1)n Fm-n
Beweis: (für die Definition von r und s sieh
hier
)
(r-s) Fm Ln =
(rm - sm) (rn + sn) =
rm+n - sm+n + rmsn - rnsm =
(r-s) Fm+n + (rs)n(rm-n - sm-n) =
(r-s) Fm+n + (-1)n (r-s) Fm-n
Also haben wir gezeigt dass (r-s) Fm Ln = (r-s) Fm+n + (-1)n (r-s) Fm-n
und also dass Fm+n = Fm Ln - (-1)n Fm-n.
Wähle für k eine feste (positive ganze) Zahl.
Mit Hilfe der Formel 1 werden wir zeigen dass (für jedes n) Fkn durch Fk geteilt werden kann:
Die Behauptung ist richtig für n=1 (trivial).
Bemerke dass (wähle n=m=k in Formel 1) F2k = FkLk, also ist die Behauptung auch korrekt für n=2.
Wir müssen jetzt zeigen dass die Behauptung richtig ist für n=3, und danach für n=4, und dann für n=5, usw.
Mit anderen Worten, wenn ich die Richtigkeit der Behauptung für n<=N schon sichergestellt habe, wie zeige ich dann die Richtigkeit für n=N+1?
Wohlan, weil wir schon als Bewiesen voraussetzen dass FNk und F(N-1)k geteilt werden können durch Fk
ist das rechte Glied der Gleichung
F(N+1)k = FNk Lk - (-1)k F(N-1)k
teilbar durch Fk und also auch das linke Glied. Aber das ist was wir zeigen wollten.
Offensichtlich ist die Behauptung für jedes n richtig.
Der g.g.T. (n,m) ist ein Teiler von sowohl n als auch m, also schliessen wir dass F(n,m) sowohl ein Teiler
von Fn ist, als auch von Fm, und infolgedessen von
(Fn,Fm).
Wir müssen noch zeigen dass (n,m) der grösste aller Teiler von (Fn,Fm) ist.
Dazu brauchen wir die nächste Formel:
Formel 2
Fm Ln - Fn Lm = 2 (-1)nFm-n
Beweis:
(r-s)(Fm Ln - Fn Lm) =
(rm - sm)(rn + sn)
- (rn - sn)(rm + sm) =
rm+n + rmsn - rnsm - sm+n
- rm+n - rnsm + rmsn + sm+n =
2(rmsn - rnsm) =
2(rs)n(rn-m - sn-m) =
(r-s) 2(-1)nFn-m
Wir wissen dass F(n,m) Teiler von Fn ist und auch von Fm.
Wir beantworten zuerst die Frage ob ein gemeinsaner Teiler von Fn und Fm gerade sein kann.
Die Antwort ist leicht zu geben, denn in der Fibonaccifolge und der Lucasfolge volgt nach jeder (g)eraden Zahl 2 (u)ngeraden Zahlen. Diese Zahlenfolgen zeigen das Muster u,u,g,u,u,g,u,u,g,... Von der Richtigkeit dieses Musters lässt man sich leicht überzeugen.
Folgerung: Ein gemeinsamer Teiler kann nur gerade sein wenn die Indizen m und n beiden durch 3 geteilt werden können.
Setze einstweilen voraus dass dies nicht der Fall ist. Gesetzt, X sei ein Teiler von Fn und auch von Fm.
Dann ist X ungerade.
Wir müssen zeigen dass X <= F(n,m).
Es gibt positive Zahlen p und q so dass (m,n) = p.m - q.n oder so dass (m,n) = q.n - p.m. (sieh für einen Beweis unten auf dieser Seite).
Formel 2 sagt uns dass für (zum Beispiel) (m,n) = p.m - q.n:
Fpm Lqn - Fqn Lpm = 2 (-1)nF(m,n)
X ist ein Teiler von Fn und von Fm und ist deswegen auch ein Teiler von
Fqn und von Fpm und teilt deshalb das linke Glied. Aber das bedeutet dass X auch ein Teiler ist von 2F(m,n)
und deshalb (da X ungerade ist) von F(m,n).
Damit ist bewiesen (wenn (m,n) nicht teilbar ist durch 3) dass F(m,n) der größte gemeinsame Teiler ist von Fn und Fm.
Wir hatten vorausgesetzt dass (m,n) nicht teilbar ist durch 3. Ist dies doch der Fall, dann ersetzen wir Formel 2 durch
Fm Ln/2 - Fn Lm/2 = (-1)nFm-n.
Bemerke dass Ln/2 und Lm/2 nun ganze Zahlen sind.
Der Beweis dafür verläuft entsprechend dem vorangehenden.
Zum Schluss beweisen wir noch:
Wenn (m,n)=1 dann gibt es Zahlen p und q so dass pm+qn=1.
(Daraus lässt sich sofort schliessen: wenn (m,n)=d dann gibt es Zahlen p und q so dass pm+qn=d).
Die Sammlung V = {um+vn | u,v ganz} hat ein kleinstes positives Element, sage b.
Dann ist {kb | k ganz} eine Teilmenge von V.
Gesetzt, ym+zn sei ein Element von V und es gibt keine ganze Zahl k so dass ym+zn = kb.
Dann gibt es eine ganze Zahl k1 so dass k1b < ym+zn < (k1+1)b.
Dann ist 0 < ym+zn - k1b < b.
Da b das kleinste positive Element von V ist würde hieraus folgen dass ym+zn - k1b kein Element von V sein würde; aber das ist falsch.
Also ist b ein Teiler von ym+zn für jedes y,z. Folglich sind m (=1.m+0.n) und n teilbar durch b. Schlussfolgerung: b = 1 und
es gibt Zahlen u und v so dass 1 = um+vn.
